Ich habe Hillary Clinton gesehen!

Der Klimazug der Hoffnung rollt wieder zurück und wir lassen das zwar sehr schöne, aber auch bitterkalte Kopenhagen hinter uns.

“Schnee liegt hier zwei Tage im Jahr”

Mit diesen Worten begrüsste uns der Schweizer Botschafter in Dänemark. Genau diese zwei Tage haben wir also erwischt. Und stapften durch den Pflotsch, liessen uns vom Meerwind fast die Ohren rot- und wegblasen und lauschten dem lustigen Dänisch. Okay, die Dänen finden unser Schweizerdeutsch wohl genauso putzig.

Der Extrazug aus der Schweiz wurde standesgemäss empfangen. Mit Polizei und Offiziellen. Wir hatten immerhin einen Minister an Bord. Entsprechend hektisch gings in den ersten Minuten am Kopenhagener Bahnhof zu.

Journalisten wuselten um Moritz Leuenberger, seine Entourage kämpfte sich tapfer durch die dichte Menschentraube und wir, die Begleiter, tappten brav hinterher und liessen uns vom Bundesrat persönlich in ein Restaurant führen, das extra für uns reserviert war.

Dort gabs nochmals einen Kafi und Moritz Leuenberger war beseelt von einem Glücksgefühl. Es war eine besondere und spannende Fahrt und nun fahre ich zur Klimakonferenz. So äusserte sich heute ein entschlossener Bundesrat Moriz Leuenberger. Selbst als Minister müsse er sich in die Warteschlange einreihen. Weg war er, aber nicht, ohne ein letztes Wort an uns zu richten.

Jeder hilft in seinem Bereich, damit wir alle gemeinsam etwas gegen den Klimawandel unternehmen.
- Bundesrat Moriz Leuenberger

Es wurde uns fast etwas warm ums Herz. Und nicht zum einzigen Mal an diesem Tag.

Auf einer Stadtrundfahrt kamen wir auch an der Kirche vorbei, wo am Abend ein grosser Empfang für alle Staatschef’s und Minister gegeben wird. Wir platzten in die Probe – und wurden von einer grossartigen Sopranistin gleich nochmals im Herz berührt. Obwohl plötzlich zwei Dutzend Schweizer durch die Kirche hasteten, liess sich die Sängerin nicht beirren.

Am Meer wehte dann die steifste Bise unseres Lebens. Innert Sekunden kühlten die Ohren auf gefühlte Minusgrade herunter, dafür entschädigte der fantastische Blick auf die gigantischen Meerfähren, die Dänemark mit Schweden verbinden.

Ein weiteres Interview mit Radio 24 wurde fällig und vor dem Königspalast erwischten wir die Wach-Übergabe. Die Mützen der Soldaten überragend diejenigen ihrer Londoner Kollegen bestimmt um einen Drittel. Dafür sah das Schuhwerk weniger geeignet aus. Hoffentlich wurden die armen Kerle mittlerweile wieder abgelöst.

Später wurden wir von einem Vertreter der offiziellen Schweizer Delegation über den Stand der Verhandlungsdinge informiert.

Vielleicht passiert über Nacht noch ein Weihnachtswunder?
- Eine Teilnehmerin unserer Gruppe

Wer dem steifen Wind und den rutschigen Trottoirs trotzte, besah sich am Nachmittag die Stadt. Dort kreiste plötzlich ein Helikopter und ein ganzer Konvoi von Polizeiautos und dunklen Limousinen rauschte vorbei. Dort tauchte eine Demonstration auf. Und zwischendurch ertönte eine stolze Stimme in Schweizerdeutsch Ich habe Hillary Clinton gesehen!

Ein besonderes Dankeschön

Die Fahrt nach Kopenhagen möglich gemacht haben die Swisscom und die SBB. Filme für die Erde bedankt sich sehr herzlich für den guten Service. Der Klimazug nach Kopenhagen und zurück war ein eindrückliches Erlebnis.

Die Hoffnung stirbt zuletzt

Wie gerne würden wir bald via Internet erfahren, dass es am Klimagipfel doch noch zu einer Vereinbarung gekommen ist, damit das Weihnachtsmärchen wahr wird. Damit unsere Herzen warm bleiben.

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