Let's make money
Filmbeschreibung
Denkanstoß zu Lets make money war der Werbespruch einer Bank: “Lassen Sie Ihr Geld arbeiten!”. Und so folgt dieser Film dem Weg unseres Geldes, dorthin wo spanische Bauarbeiter, afrikanische Bauern oder indische Arbeiter unser Geld vermehren… Lets make money zeigt uns die gefeierten Fondsmanager, die das Geld ihrer Kunden jeden Tag aufs Neue anlegen. Oder Unternehmer, die zum Wohle ihrer Aktionäre ein fremdes Land abgrasen, solange die Löhne und Steuern niedrig und die Umwelt egal ist. Lets make money zeigt kurz gesagt mehrere Ebenen des Finanzsystems und deren Konsequenzen für unser Leben.
Scheinbar unentwirrbare Transaktionen und undurchdringliche Zusammenhänge werden auf einfache Prinzipien zurückgeführt und in konzentrierten Gesprächen mit überzeugenden Fachleuten auf den Punkt gebracht.
Wagenhofer hat ein Talent, Leuten wie Peter Brabeck (im vorhergehenden Film) oder dem Ressortleiter des Wirtschaftsteils der NZZ (in diesem Film), eine Bühne einzurichten, auf der sie unbeschwert sich selbst präsentieren. Kommentar überflüssig, Selbstentlarvung ist das Prinzip, das Publikum ist eingeladen mitzudenken.
Kommentar
Erwin Wagenhofer enttäuscht auch bei seiner zweiten Doku Lets make money nicht. Der Film baut sich zum Finale spannend auf, Protagonisten werden neutral vorgestellt und kommentieren sich selbst, Zusammenhänge bildlich genial dargestellt. Vieles ist neu und erstaunt in seiner Absurdität, die man sich vorher nicht hätte ausmalen können. Tragikomik, Aufklärung, künstlerische Originalität, auch was die Zusammenhänge von Geld zu Natur und Umwelt ganz direkt betrifft.
Der Film eignet sich sowohl für einen intelligenten Abend mit Freunden, als auch für den Unterricht oder besondere öffentliche Events.
Er lässt den Zuschauer in diesem typischen Zustand aus dem Kino, den wir von den anderen Dokus kennen: Erstaunt, bewegt und durchgerüttelt, mit Blick aufs globale Vernetztsein und mit der Frage nach der zukünftigen Bestimmung von Mensch und Erde.
Zusammenhang
Nachhaltigkeit ist die Konzeption einer dauerhaft zukunftsfähigen Entwicklung der ökonomischen, ökologischen und sozialen Dimension menschlicher Existenz. Diese drei Säulen stehen miteinander in Wechselwirkung und bedürfen langfristig einer ausgewogenen Koordination.
Ökologische Nachhaltigkeit: Sie orientiert sich am stärksten am ursprünglichen Gedanken, keinen Raubbau an der Natur zu betreiben. Ökologisch nachhaltig wäre eine Lebensweise, die die natürlichen Lebensgrundlagen nur in dem Maße beansprucht, wie diese sich regenerieren.
Ökonomische Nachhaltigkeit: Eine Gesellschaft solle wirtschaftlich nicht über ihre Verhältnisse leben, da dies zwangsläufig zu Einbußen der nachkommenden Generationen führen würde. Allgemein gilt eine Wirtschaftsweise dann als nachhaltig, wenn sie dauerhaft betrieben werden kann.
Soziale Nachhaltigkeit: Ein Staat oder eine Gesellschaft sollte so organisiert sein, dass sich die sozialen Spannungen in Grenzen halten und Konflikte nicht eskalieren, sondern auf friedlichem und zivilem Wege ausgetragen werden können.
Rezensionen
“Wagenhofer entwirft in aller Ruhe, umso erschreckender, die Feinzeichnung der Hintergründe des nun drohenden Wirtschaftskollaps – und positioniert seinen Film als deutliches Plädoyer für die Regulierung der Finanzindustrie.” Stefan Grissemann, Profil
“Trotz aller eigenen Einsicht, mit der Erwin Wagenhofer nach dem internationalen Erfolg seines dokumentarischen Welternährungs-Thrillers WE FEED THE WORLD nun noch viel tiefer ins Schwarze trifft, hat er dies kaum ahnen können: dass sein bereits 2006 begonnenes Opus Lets make MONEY jetzt einschlägt wie von allen Kassandren gerufen.” Peter von Becker, Tagesspiegel
“Der Kinofilm zur Weltkrise.” Kurier
“Wagenhofer verzichtet auf den Gestus eines skandal-behauptenden Aufdeckungsjournalismus à la Michael Moore und findet stattdessen mit nüchterner Sachlichkeit reale Bilder für den längst nur noch im Abstrakten stattfindenden Warenhandel und Geldtransfer.” Dominique Gromes, The Gap
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